Was ist Glück?
Dienstag, 31. Mär 2009 10:59 von Wolff Horbach
Die Frage “Was ist Glück?” haben Sie sich bestimmt auch schon einige Male gestellt. Sie kennen bestimmt auch einen oder mehrere Antwortversuche, die beginnen mit “Glück ist …”. Ein paar Beispiele:
Glück ist: dich selber mögen. Du könntest der einzige sein, der das tut.
Liv KortinaGlück ist eigentlich nur der Wille zum Glücklichsein.
Wilhelm LichtenbergGlück ist die Belohnung des Mit-sich-eins-Seins.
Georg Stefan Troller
Diese Aussagen sind alle zum Teil richtig, doch tun sie eins nicht: Sie beschreiben nicht, was Glück ist. Sie beschreiben höchstens, wodurch Glück hervorgerufen werden kann.
Scheinbar ist es schwierig, das Glück “zu packen”. Jeder hat es schon mal erlebt, aber das Glück zu definieren, scheint kaum möglich zu sein.
Besser gesagt, schien kaum möglich zu sein. Bis uns die moderne Hirnforschung seit ein paar Jahren ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Mit Computertomographen können wir heute Aktivitäten im Gehirn relativ genau lokalisieren und sie mit den Gedanken und Empfinden verbinden, die der Untersuchte gerade empfindet. Daher können wir heute eine ganz andere Definition von Glück wagen:
Glück ist ein positives Gefühl, welches durch die Ausschüttung von Neurotransmittern (z.B. Serotonin, Dopamin, endogenes Morphium, …) in den Motivations- und Belohnungszentren des Gehirns entsteht.
Mit anderen Worten: unter bestimmten Umständen werden in den Gehirnteilen, die für Motivation (etwas anpacken, handeln) und Belohnung (Bestätigung von Erfolg) zuständig sind, Botenstoffe ausgeschüttet, die diese Gehirnteile besonders aktivieren. Darüber erhalten wir eine Rückmeldung, die wir als sehr angenehmes Gefühl empfinden. Und dieses Gefühl nennen wir Glück.
Jetzt wird es interessant: Jetzt können wir nämlich untersuchen, unter welchen Bedingungen diese Botenstoffe, die wir Glückshormone nennen, ausgeschüttet werden. Und da sind wir dann bei den vielen Wegen, zu zum Glück führen. Die oben angeführten Zitat definieren also nicht, was Glück ist, sondern beschreiben meistens nur einen Weg zum Glück.


Ich bin sehr neugierig, was für Faktoren und Bedingungen alle eine Rolle spielen. Und ich wünsche mir, dass die gewonnen Erkenntnisse FÜR den Menschen eingesetzt werden und nicht, dass es demnächst eine “Glücksdroge” gibt, die permanente Glückseligkeit verheißt. Glück ist für mich nämlich nicht die rosarote Brille, sondern die Fähigkeit, die Menschen und die Welt anzunehmen, wie sie sind, verbunden mit dem festen Willen, den Focus auf das Schöne und Positive zu richten und das eigene kleine Universum dahingehend auch glückbringend/glückerweiternd zu beeinflussen.
Ich bin da ganz optimistisch. Ich habe die Erkenntnisse der Glücksforschung in meinem Buch möglichst einfach erklärt. Die 77 Wege sind als Metapher zu verstehen, dass es sehr verschiedene Wege zum Glück gibt. Da kann jeder sehen, was für ihn am ehesten passt. Ein umfassendes Wissen um diese Dinge erleichtert es natürlich, das eigene Glück zu steigern.
Die falschen Glückswege werden ja auch immer wieder versucht, z.B. durch Drogenkonsum. Drogen erzeugen zwar kurzfristig ein Glücksgefühl, aber die Langzeitfolgen sind dafür um so grässlicher. Bis hin zum körperlicher Zerfall und Tod.
Der kluge Mensch wird die Finger von Drogen lassen, sondern sich durch die richtigen Haltungen und Handlung den eigenen Glückscocktail im Körper selbst erzeugen. Sehr gesund, ohne Nebenwirkungen.
Inzwischen bin ich sehr neugierig auf dein Buch geworden und werde es mir zulegen, sobald es möglich ist. Freue mich auf die Inspirationen!
Was Drogen, insbesondere die legalen (Alkohol/Nikotin/Industriezucker et alt.), mit Menschen anrichten, bzw. was sie sich damit selbst antun, habe ich oft miterlebt. Kein schöner Anblick…
Danke dir an dieser Stelle nochmal, dass du dich so dafür einsetzt, die Menschen zu ihrer eigenen (Glücks-)Verantwortung zu ermutigen!
@ Lea: Danke für deine wohlwollende Unterstützung. Ich kann mir zurzeit kein besseres Ziel vorstellen, als möglichst vielen Menschen die Erkenntnisse der Glücksforschung nahe zu bringen und Sie zu ermutigen, ihr Glück zu entwickeln. Die Chancen für jeden einzelnen sind riesig und der Lohn reichlich.