Wie glücklich sind die Japaner?
Montag, 24. Nov 2008 21:03 von Wolff Horbach

In der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) gibt es heute einen wunderbaren Artikel über das Glücksempfinden der Japaner. Unter dem Titel Die »Grenzen des Reichtums« schreibt die NZZ:
Glück hat Konjunktur, doch wird es durch seine konsumgestützte Verwirklichung immer schaler – in Japan und anderswo auf der Welt.
Die Frage nach dem Glück ist in Japan wie fast überall allgegenwärtig. Dem ist noch nicht allzu lange so. Zufrieden zu sein, mit dem, was man hatte, selbst wenn es wenig war, galt in der konfuzianisch geprägten Gesellschaft als Tugend. Indes hat der westliche Weg des Glücksstrebens den Japanern keine bleibende Erfüllung gebracht. Das erfolgs- und konsumbedingte materielle Glück erweist sich zunehmend als Chimäre
[...]
Was der Autor des Artikels, Prof. Dr. Florian Coulmas, Direktor des deutschen Japan-Instituts in Tokio, beschreibt, könnte genau so für Deutschland gelten:
Die heutige Prominenz des Glücks im öffentlichen Diskurs Japans und die Tatsache, dass die Japaner weniger glücklich sind, als messbare Indikatoren wie Wohlstand, Lebenserwartung und Schulbildung es erwarten liessen, sind Ausdruck tiefgreifender Verwerfungen. Im Laufe des letzten halben Jahrhunderts hat sich Japan aus einer jungen Gesellschaft, die auf die Produktion fixiert war, in eine alte konsumorientierte Gesellschaft verwandelt. Glück hat in ihr heute Konjunktur und ist zu einem vieldiskutierten Thema geworden, weil das bleibende Glück sich trotz Reichtum, Gesundheit und Informiertheit der Gesellschaft nicht einstellen will und nicht einstellen darf.
Den ganzen, sehr interessanten, Artikel lesen bei der NZZ Online.

