Neurogenese - wie sich das Gehirn selbst reparieren kann
Dienstag, 25. Nov 2008 11:57 von Wolff Horbach
Die wissenschaftlichen Belege werden immer mehr: Stress - vor allem Dauerstress - schädigt das Gehirn und ist die Hauptursache für Depressionen. Das ist die schlechte Nachricht.
Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Das Gehirn ist in der Lage, durch Stress verursachte Schäden wieder zu reparieren. Diesen Prozess der Erneuerung von Gehirnteilen nennt man Neurogenese.
Der aktuelle SPIEGEL 48/2008 berichtet in der Titelgeschichte ausführlich über die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse.
So ganz neu sind die Erkenntnisse eigentlich nicht. Das Stress schädlich ist, ist seit vielen Jahren bekannt. Und jeder, der unter Stress leidet, kann das aus eigener leidvoller Erfahrung bestätigen. Was neu ist, sind die zunehmenden Erkenntnisse über die Wirkungsmechanismen. Mit den bildgebenden Verfahren weisen Neurowissenschaftler neudings nach, dass durch Stress bestimmte Gehirnteile nachteilig verändert werden. Ein durch Dauerstress geschädigtes Gehirn kann eindeutig weniger leisten. Und was am schlimmsten ist: die Gefahr einer Depression steigt enorm an. Fachleute schätzen, dass ca. 90% aller Depressionen auf Stress zurückzuführen sind. Das würde auch erklären, warum sich Depressionen zur Volksseuche #1 entwickeln.
Die gleichen bildgebenden Verfahren, die die Gehirnschädigungen nachweisen, belegen aber auch, dass das Gehirn in der Lage ist, neue Gehirnzellen und neue Verknüpfungen herzustellen. Dieser Prozess der Neurogenese wird hauptsächlich durch zwei Dinge unterstützt:
Körperliche Aktivität. Regelmäßige Bewegung baut nicht nur Stress ab, sondern regeneriert ein durch Stress geschädigtes Gehirn.
Meditation. Wer regelmäßig meditiert, verändert offensicht auch positiv sein Gehirn. In diesem Punkt ist mir der SPIEGEL-Artikel zu ungenau. Dauernd wird da Yoga mit Meditation durcheinander geworfen. Bestimmte Yoga-Techniken haben zwar auch meditative Elemente. Aber es gibt eine ganze Reihe von Meditationstechniken, die nichts mit Yoga zu tun haben.
Ich freue mich besonders, dass aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft wesentliche Glückswege aus dem Buch bestätigen und bestärken, u.a. :
- Glücksweg 32 | Stress lass nach
- Glücksweg 42 | Bewegen: mäßig, aber regelmäßig
- Glücksweg 44 | Der Lohn der Aktivität
- Glücksweg 47 | Kraftspender Meditation
So, und jetzt ziehe ich meine Joggingschuhe an und lauf meine übliche Waldrunde.


Ein sehr interessanter Artikel im aktuellen Spiegel, das kann ich nur bestätigen.
Und tatsächlich scheint es (eigentlich) so einfach zu sein, dem Stress zu begegnen.
Nur tun muss es jeder …
Ein sehr interessantes Thema! Ich werde das weiter verfolgen!