Mehr Licht!
Montag, 27. Okt 2008 21:39 von Wolff Horbach

»Mehr Licht« sollen angeblich die letzten Worte unseres großen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe gewesen sein. »Mehr Licht« ist ein guter Tipp für alle Menschen zu dieser Jahreszeit.
Wenn die Tage kürzer werden und wir weniger Tageslicht abbekommen, dann stellt sich der Körper um. Er produziert weniger des Neurotransmitters Serotonin, dafür mehr Melatonin. Serotonin ist wichtig für unser Wohlbefinden. Wenn uns Serotonin fehlt, sind wir antriebslos und leicht depressiv. Melatonin macht uns schläfrig. Beides hängt stark ab von der Lichtmenge, die unser Körper mitbekommt. Je weniger Licht, desto stärker wird die Serotonin-Produktion reduziert und die Melatonin-Produktion erhöht.
Der reduzierte Serotonin-Spiegel kann bei manchen Menschen zu einer mittelschweren Depression ausarten. Der Fachbegriff dafür ist SAD: Seasional Affective Disorder (siehe auch Winterdepression). Die Therapie dagegen ist denkbar einfach: »Mehr Licht«.
Wenn Sie also in dieser Jahreszeit, vor allem in den Monaten November bis Januar, nicht »gut drauf sind«, kann das einfach daran liegen, dass Sie zuwenig Licht bekommen. Versuchen Sie also deswegen mehr Licht zu bekommen:
- Unternehmen Sie einen Spaziergang.
- Nutzen Sie jeden Sonnenstrahl.
- Verlassen Sie in der Mittagspause Ihr Büro und gehen Sie nach draußen. Selbst wenn die Sonne nicht scheint, ist die Lichtmenge immer noch ein Vielfaches von dem, was Sie in geschlossenen Räumen empfangen.
- Lassen Sie soviel Licht wie möglich in Ihre Wohnung und Arbeitsstätten. Entfernen Sie möglicherweise Vorhänge und andere Abschattungen.
Sie werden belohnt durch eine bessere Stimmung und mehr Wohlbefinden.


Lieber Wolfgang,
warum “macht” unser” Körper das? Warum wird zum Winter hin das Melatonin der bestimmende Faktor? Der Körper (sollte) im Rhythmus der Jahreszeiten leben und jetzt stellt er sich dahin gehend um, in einen Ruhe- und Regenarationszustand zu gehen! Z.B. wird jetzt die die Körpertemperatur, erzeugt durch den Blutkreislauf so geregelt, dass der Körper die Wärme nicht nach Außen verliert. Die Blutbildung wird vermindert! Das Blutvolumen erreicht im Winter ein Minimum. Dadurch läuft die Durchblutung der Skelettmuskulatur auf Sparflamme …. körperliche Leistungsfähigkeit ist auf dem Tiefst(Ruhe)Punkt! Die Reinigungskräfte der Haut gehen gegen Null, das Gehirn wird jedoch maximal durchblutet, Melatonin erzeugt im Gehirn Alpha- und Thetawellen, welche wir während der Mediation erreichen. Die Knochendichte geht zurück und somit wird auch hier erholt und regeneriert, um im Frühling wieder voll einsetzbar zu sein. Vitamin D, aus der Sonne gewonnen, sollte eingelagert sein, denn im Winter kommt die Produktion fast zum Erliegen. Es gibt eine Fülle von KörperParameter ( u.a. Säure-Base-Haushalt, Schilddrüse, Harnausscheidung, Cholesterinspiegel, Haarwachstum, Immunsystem), die sich jetzt reduzieren, generieren und heruntergefahren werden. Alles, was noch im Sommer sinn- und hilfreich war, was Nahrung, Bewegung und Medikamente angeht, kann jetzt sogar belasten oder schädlich sein.
Winterschlaf ist angesagt, damit im Frühjahr ein “neuer” Körper gereinigt und erholt wieder ins Leben gehen kann! Folgen wir der natürlichen Adaption, dann geht uns uns auch und gerade im Winter gut. Machen wir einfach weiter, wie im Sommer und Herbst, dann bekommen wir Widerstände zu spüren ….
Ein Buchtip dazu: Gesund bleiben im Rhythmus der Jahreszeiten - Natürlich leben im SeasonIn von Benno Werner.
[...] erst wissen was uns antreibt, uns so wenig anzutreiben. Grund dafür ist in erster Linie das fehlende Licht. Denn es sorgt dafür, dass unser Schlaf- und Schönheits-Hormon Melatonin tagsüber [...]