Impressionen von der Frankfurter Buchmesse
Samstag, 18. Okt 2008 12:21 von Wolff Horbach
Dieses Jahr war ich zum dritten Mal auf der Frankfurter Buchmesse - der größten Buchmesse der Welt. Schon jetztes Jahr war es ein großes Erlebnis: Der Gräfe und Unzer Verlag (GU) hatte mich eingeladen, um über unser gemeinsames Buchprojekt zu sprechen. Schon bald nach der Buchmesse sind wir uns einig geworden und haben das Buch realisiert.
Jetzt - zur Frankfurter Buchmesse 2008 - ist es da. GU hat einen riesigen Stand und bringt alleine im Herbst 2008 über 80 Bücher neu heraus. Dazu gibt es die Highlights aus den Schwesterverlagen. Als ich auf den GU-Stand kam, musste ich zunächst etwas suchen. Aber jetzt liegt es da: “mein” Buch.
Um 13:30 wurde es etwas aufregend. Florian Landgraf, der mich bei GU in Sachen “Public Relations” begleitet, hatte einen Termin beim “BuchMarkt” gemacht, dem größten Magazin für den Buchhandel. Dort wurde ein Foto gemacht und ich in die Galerie der “Autoren des Tages” aufgenommen. In den nächsten Tagen wird das Foto durch die Buchdaten ergänzt. Nach dem Buchmarkt-Termin habe ich dann endlich die Redakteurin Petra Brumshagen vom GU-Verlag persönlich kennen gelernt. Petra Brumshangen hat mich während des ganzen Buchprojektes betreut. Wir haben während des Buchprojektes Dutzend E-Mails ausgetauscht und viele Telefonate geführt. Jetzt gibt es den ersten persönlichen Kontakt.
Nach den offiziellen Terminen hatte ich dann Zeit, etwas herumzustreifen. Auf der Buchmesse ist es schwierig, nur einige Minuten unterwegs zu sein, ohne Promis zu begegnen: Bernd Stelter, Ulli Wickert, Stefan Aust, Volker Schlöndorf, Ruth Westheimer. Sogar Paulo Coelho war da. Er hat just über 100 Millionen Bücher verkauft - unglaublich.
Nachmittags habe ich dann Markus Albers getroffen, den Autor von “Morgen komm ich später rein“. Auch mit Markus hatte ich viele E-Mails ausgetauscht und einige Male telefoniert. Jetzt treffen wir uns zum ersten Mal live. Gemeinsam haben wir uns die neuen E-Books angeschaut. Hier hat Markus den iRex in der Hand.

Die E-Books sind das große Gespräch auf der Messe. Werden diese Geräte das klassische Buch verdrängen? Die Verlage haben natürlich Angst. Die Meinung ist sehr gespalten: Die einen sagen dem E-Book eine große Zukunft voraus. Ich gehöre dazu. Die anderen scheuen das neue Medium wie der Teufel das Weihwasser. Die Lesequalität ist schon jetzt beeindruckend gut. Die Schrift ist gestochen scharf. Vor ein paar Jahren gab es noch genügend Stimmen, die dem E-Book keine Zukunft gaben: “Man kann es nicht am Strand lesen, weil der Bildschirm blendet. Der Akku wird nicht lange halten. …” Jetzt arbeiten die meisten E-Books mit E-Paper. Winzig kleine Kügelchen können durch eine elektrische Ladung umgedreht werden und so schwarz oder weiß (besser gesagt: hellgrau) werden. Nur beim “Umblättern” braucht das E-Book Strom. Die Seite lässt sich wie Papier lesen. Jetzt bemängeln die Nörgler, dass man es nicht bei Dunkelheit lesen kann. Wer macht das denn bei einem “normalen” Buch?
Mich begeistert, dass das E-Book sehr leicht ist. Es wiegt nur ca. 200g, weniger als die Hälfte von “77 Wege zum Glück”. Im E-Book kann man Hunderte, in nicht allzu ferner Zeit Tausende von Büchern mit sich führen. Der Akku hält für das “Umblättern” von vielen Tausend Seiten. Und “neue Bücher” lädt man einfach drahtlos aus dem Internet.
Die Buchmesse ist auch eine Fundgrube für ungewohnte Erscheinungen. Dieses Jahr fielen mir besonders viele Nonnen und Mönche auf. Der langgeschossene Mönch (rechts) konnte problemlos in die oberen Regale greifen.

Auf einem anderen Stand wurde gerade ein leibhaftiger Kardinal interviewt. Ich kenne mich leider in dem Metier nicht aus, so dass ich nicht weiß, wen ich da abgelichtet habe. Vielleicht kann einer der Leser da weiterhelfen.
Ich liebe Bücher. Ich halte mich gerne in Bibliotheken und Buchhandlungen auf. Aber die Frankfurter Buchmesse erschlägt mich. Diese unglaubliche Fülle von Büchern aller Art muss ich erst mal verdauen.


Das E-Book geisterte auch durch die Rundfunkstationen. Ich hatte noch keins in der Hand, aber ich bin sehr skeptisch, nicht wegen der Verbreitung, da ist alles möglich. Ich liebe meine Bücher, lebe mit Ihnen, habe tieftraurig ca. 10 Umzugkartons mit Büchern nach meinem Umzug in den Keller gebracht, weil ich einfach keinen Platz mehr hatte. Ein Buch in der Hand zu halten, Umschlagsgestaltung u betrachten, das Papier zu fühlen, die Schrift zuu lesen, für mich lebt ein Buch - ich glaube kaum, dass ein E-Book (für mein Empfinden) lebt, obwohl ich ein Technikfreak bin.
@ Michael:
Ich kann dich gut verstehen. Ich liebe auch Bücher und muss ab und zu immer wieder Platz für neue schaffen. Vor meinem letzten Umzug habe ich etwa tausend Bücher verschenkt.
Ich glaube trotzdem, dass sich das E-Book in vielen Bereichen durchsetzen wird. Ich hätte beispielsweise gerne alle meine Bücher auf einem E-Book zusammen. Oft schaue ich etwas nach. Im E-Book würde das wegen der Volltextsuche auf Knopfdruck gehen. Jetzt muss ich umständlich suchen. Vor allem, wenn das Buch keinen Index hat.
Ich glaube dass beides kommen wird: das E-Book für “schnelle” Literatur: Fachbücher mit nur geringer Aktualität, Krimis, Romane usw. Und auf der anderen Seite sehr aufwändig gestaltete Bücher mit großartigen Bildern, Farbe, besonderer Haptik usw.
Was ich mir wünschen würde: Beim Kauf eines Buches bekomme ich zu einem geringen Aufpreis das E-Book dazu. Dann könnte ich “normal” lesen und später digital nachschauen.
@Wolff
“Was ich mir wünschen würde: Beim Kauf eines Buches bekomme ich zu einem geringen Aufpreis das E-Book dazu. Dann könnte ich “normal” lesen und später digital nachschauen.”
Da bin ich dabei!
[...] Euro mehr). Auf Papier lesen, digital archivieren und durchsuchen. So wird es in Zukunft gehen. Wolff Horbach hat mich übrigens beim E-Book-Ausprobieren [...]