Happy-Go-Lucky
Mittwoch, 20. Aug 2008 14:15 von Wolff Horbach
Der britische Film “Happy-Go-Lucky” läuft zur Zeit in den Kinos. Bei der Berlinade 2008 hat die Hauptdarstellerin Sally Hawkins den Silbernen Bären als “Beste Darstellerin 2008” gewonnen.
Die Filmkritik der NNZ online macht Lust, ins Kino zu gehen:
«Des Menschen Wille, das ist sein Glück», glaubte Friedrich Schiller. Poppy (Sally Hawkins), die Hauptfigur in Mike Leighs neuem Film «Happy-Go-Lucky», hat einen starken Willen – den Willen zum Glück. Sie weiss, dass Glücklichsein kein Zustand ist, der in erster Linie von äusseren Einflüssen abhängt, sondern aus dem eigenen Innern hervorgebracht werden muss. Das heisst nicht, dass man nicht versuchen sollte, auch andere glücklich zu machen. Poppy bemüht sich pausenlos darum, und das ist ganz schön anstrengend, sowohl für ihre Umwelt als auch für sie selbst.
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Die Frage nach der Verantwortung für das eigene Glück und das anderer steht im Zentrum von Leighs wundervoller, hintergründiger Komödie. Er zeigt uns Wege der Sublimierung des Daseins – und deren Erfolgschancen. Die Flamenco-Lehrerin Rosita (Karina Fernandez) beispielsweise versucht ihren Zorn auf einen Mann, der sie verlassen hat, durch energisches Tanzen auszuleben, was ihr zwar nur bedingt gelingt, aber in eine der komischsten Szenen des Films mündet. Auch Poppy ist bei ihrem Versuch, die Welt glücklicher zu machen, nicht immer erfolgreich. Einem verwirrten Tramp etwa, dem sie ihre Aufmerksamkeit schenkt, vermag sie nicht zu helfen, und so beginnt sie an ihrem Tun zu zweifeln – ebenso wie in dem Moment, als Scott ihr impulsiv und voller Verzweiflung sein vergrämtes Herz ausschüttet. Wird Poppy, derart vom Elend bedrängt, ihre positive Lebenseinstellung beibehalten können? Zur Aufmunterung macht sie einen Spaziergang durch den Park. Doch ihr Glück kann nicht von aussen kommen – sie erlangt es nur durch positives Denken und die sich darob verselbständigende Autosuggestion. Froh zu sein, dazu bedarf es nicht wenig, sondern vieler Arbeit an der eigenen Lebenseinstellung.
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Hat schon jemand den Film gesehen?


Ich kann den Film auch sehr empfehlen. Ich war in der Überraschungspremiere und hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwartet. Anfangs beschlich mich noch das Gefühl “Oje, sind die schrecklich gut gelaunt”, aber allmählich regte der Film zum Nachdenken über das eigene Leben an. Er produziert eine Stimmung, die einen schnell dazu bringt, sich zu fragen: Ist es nicht manchmal viel leichter, Glück zu empfinden und es anderen zu schenken, als wir denken?
Eines wird klar: es gehört Profaneres zum Glück als Erfolg, Macht, Reichtum. Es hat verdammt viel mit der eigenen positiven Einstellung zu tun.
Ein lohnenswerter Film! Mit einer wie ich finde herausragenden Protagonistin!